Anthroposophische Naturheilkunde 

(Eintrag v. 10. Februar 2020)

- Therapieausbildung erfolgreich beendet

Im Januar 2020 konnte ich eine weitere Therapieausbildung, die anthroposophische Naturheilkunde, erfolgreich absolvieren. Der von dem Heilpraktiker Manfred Nistl an der Isolde Richter-Schule geleitete Kurs umfasste mehr als 32 Stunden fundierter Wissensvermittlung und hat mir einen soliden fachlichen Einstieg in die faszinierende Welt der anthroposophischen Heilkunde und der anthroposophisch-therapeutischen Denk- und Arbeitsweise ermöglicht.

Neben einer Einführung in die von Rudolf Steiner vor ca. 100 Jahren maßgeblich geprägte anthroposophische Welt- und Menschenschau (aus dem Griechischen "Weisheit vom Menschen") bildeten vor allem zwei wichtige „Gliederungssysteme“ den Schwerpunkt der Ausbildung:

Anthroposophischen Erkenntnissen zufolge lassen sich nämlich Krankheits- wie auch Heilungsprozesse mit Hilfe einer „funktionellen Dreigliederung“ und einer „viergliedrigen Wesensbetrachtung“ des Menschen erklären. Neben diesen - teilweise schon sehr abstrakten – theoretischen Grundlagen standen weitere für die naturheilkundliche Praxis wichtige Aspekte, wie etwa die Wahl konkreter Heilmittel bei unterschiedlichsten gesundheitlichen Beschwerden, besonders im Fokus.

Erfreut habe ich während dieser Ausbildung festgestellt, dass ich auch auf meinen Vorkenntnissen aus den schon von mir absolvierten Therapieausbildungen, besonders der Pflanzenheilkunde, der miasmatischen Homöopathie sowie der Schüssler-Therapie, aufbauen konnte.

Neben den Informationen über verschiedene anthroposophische Heilmittel fand ich auch den kleinen Einblick in die rhythmischen Anwendungen, welche in der anthroposophischen Therapie einen wichtigen Stellenwert einnehmen, besonders spannend.

Es ist ja bekannt, dass Waldorfschüler (Rudolf Steiner war auch Begründer der Waldorfschulen) irgendwie ihren Namen „tanzen“ können. Als sehr bereichernd empfand ich, nun auch etwas über Hintergrund dieser Eurythmie (griechisch: schöne, harmonisch geordnete Bewegung) zu erfahren. Verschiedenen Buchstaben des Alphabets entsprechen nämlich bestimmte Körperhaltungen bzw. Figuren. Bei der sog. Heil-Eurythmie, einer besonderen Eurythmie-Richtung, führt der Patient, angeleitet von einem darauf spezialisierten Eurythmie-Therapeuten, rhythmische Bewegungen durch, welche sich aus verschiedenen Eurythmie-Figuren zusammensetzen. Denn Heilung hat auch viel mit Rhythmus, vor allem dem eigenen, zu tun. Rhythmischen Anwendungen, wie übrigens auch spezielle rhythmische Massagen, werden in der anthroposophisch orientierten Therapie ergänzend zu anderen Therapieverfahren – zu naturheilkundlichen, aber auch zur klassischen Medizin – eingesetzt.

Als weiteres Mosaiksteinchen auf dem Heilungsweg des Patienten zielt in der anthroposophischen Heilkunde die künstlerische Betätigung des Patienten darauf ab, seine eigene kreative Schöpferkraft anzuregen – so wie es für diesen Menschen im Einzelfall stimmig ist (zum Beispiel durch Malen, Plastizieren oder auch durch Musizieren).

Ich habe diese Therapie-Ausbildung als sehr bereichernd empfunden. Zahlreiche Literaturempfehlungen und Impulse aus dem Kurs laden nun dazu ein, interessante Themen eigenständig weiter zu vertiefen. Es gibt sicher noch viel zu entdecken - vielleicht lerne ich auch einfach mal, meinen eigenen Namen zu "tanzen":)

© 2020 by Winnie Hartisch